Vom Eklat zum Triumph in fünf Minuten

 

Am 26. August traten Frank und Michel beim 40. internationalen Bacchus-Turnier in Wiesloch an.

Dabei zeigte sich allerdings bald, dass der frühe Turnierbeginn um 9.00 Uhr so gar nichts für unser Doppel war. Die ersten Spiele gingen nach völlig verschlafenen ersten Sätzen im zweiten Satz jeweils in der Verlängerung mit 21:23 und 20:22 verloren. Damit war bereits zu diesem frühen Zeitpunkt klar, dass die beiden in Wiesloch einmal mehr nicht über die Vorrunde hinaus kommen würden. Im letzten Vorrundenspiel konnten sie dann immerhin einen versöhnlichen Abschluss erzielen und das Duell der Verlierer gegen eine Paarung aus Neckarsulm souverän mit 21:11 und 21:11 für sich entscheiden. Im weiteren Verlauf stellte sich dann heraus, daß Frank und Michel in ihrer Gruppe lediglich an den späteren Turniersiegern und Drittplatzierten gescheitert waren.

Danach stellten sich Frank und Michel der großen Herausforderung und traten auch im Herreneinzel an. Ich wiederhole: Frank und Michel traten im Herreneinzel an!

Frank konnte gleich sein erstes Spiel in zwei Sätzen gewinnen, während Michel eine knappe Niederlage einstecken mußte. Die zweiten Vorrundenspiele verliefen dann mit umgekehrten Vorzeichen; Frank verlor einmal mehr ein Spiel in der Verlängerung, Michel konnte sich hingegen in einem intensiven Match durchsetzen. Damit bot sich beiden die überraschende Möglichkeit mit einem Sieg im letzten Vorrundenspiel zumindest in die Qualifikationsrunde fürs Viertelfinale einzuziehen!

Da hatte Frank die Rechnung allerdings ohne seinen Gegner Alfred gemacht! Denn der drehte beim Stand von 20:15 für Frank im ersten Satz komplett durch und rannte wirr nach Schiedsrichter und Turnierleitung schreiend vom Feld! Voraus gegangen war ein relativ enges Spiel, in dem Franks Gegner aber irgendwann nicht mehr in der Lage oder Willens schien korrekt zu zählen und zu beurteilen ob Bälle im Aus oder im Feld waren. Die Situation besserte sich zunächst als Frank im Folgenden jeden Punkt laut mitzählte, bis es dann beim Stand von 20:15 zum Eklat kam.

Der herbeigerufene Schiedsrichter fällte nach langer Diskussion ein vermeintlich „salomonisches“ Urteil: Frank als letztjähriger Landesligaspieler wurde aufgrund seiner „absichtlich falschen Meldung“ für die Bezirksklasse disqualifiziert. Da half es auch nichts darauf hinzuweisen, dass Frank auf Grund seiner „überragenden Fähigkeiten aus rein taktischen Gründen“ zwei von drei Doppeln und ein Einzel verloren hatte (Kommentar: “Ja, das ist uns auch aufgefallen!“). Auch die sehr freundschaftlichen Einwände zahlreicher anderer Spieler, dass dieser „Sportskamerad“ Alfred allseits bekannt und berüchtigt für diese Art von Unverschämtheiten sei, führten nicht zu einer Revidierung des Urteils. Immerhin wurde dann auch er disqualifiziert und letztlich der Halle verwiesen, da er unter anderem bereits vorher versucht hatte ein vermeintliches Landesliga-Doppel aus Eggenstein disqualifizieren zu lassen (was ausgerechnet Frank versucht hatte ihm auszureden!).

Durch das Chaos auf dem Nachbarfeld beinahe unbeachtet schaffte Michel seinen persönlichen Triumph! Er gewann das letztes Gruppenspiel nach hartem Kampf und zog als bester Gruppenzweiter mit erspielten 130:128 Punkten (gegenüber 123:121 Punkten des drittbesten Gruppenzweiten) direkt ins Viertelfinale ein! Sichtlich gezeichnet von den vorangegangenen Strapazen verpasste er die Sensation und mußte seinem Gegner aus Eggenstein den Vorrang lassen! Dennoch eine herausragende Leistung und ein versöhnlicher Abschluß des Turniertags, der zeigt, dass Rabauken wie dieses „Ekel Alfred“ in unserem schönen Sport zum Glück nur sehr selten ihr Unwesen treiben dürfen!

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