Es gibt Tage, die bleiben mit einem lachenden und einem weinenden Auge in Erinnerung.

Es gibt Momente, die uns einerseits mit Freude, Stolz, Glück und Zufriedenheit erfüllen, während gleichzeitig eine Stimme tief in uns lautstark klagt: „Wie die Welt nur so ungerecht sein kann, wie man nur so etwas verdient haben kann“. Für Jakob wird der 19.08.2018 als einer dieser Tage in Erinnerung bleiben. Er erfährt, wie nah Glück und Frust, Freude und Ernüchterung beieinander liegen können. 

Gemeinsam mit Simon als Doppelpartner, Matze und Linus beginnt für das Quartett am Sonntagmorgen der Weg nach Bellheim zum Bellemer Turnier. Wir möchten Ruhe und Übersicht mit aufs Feld nehmen, durch Dynamik und Geschick erfolgreich sein. 

Die Marschroute für die beiden Ettlinger Doppel ist klar: Jakob und Simon treten in einer Vierer-Gruppe an, Linus und Matze müssen in einer Fünfer-Gruppe ran. Man will sich im Finale treffen, der bessere möge den Turniersieg für sich entscheiden. Die zu gewinnenden Preise sind für die Spieler bereits am Halleneingang sichtbar. Berge von Sixpacks (Marke Bellheimer Lord) stapeln sich, hinzu kommen noch nebensächliche Sachpreise wie Kuscheldecken und Weinpräsente.

Es lohnt sich an dieser Stelle, kurz das Scheinwerferlicht auf Jakobs Leben zu richten. Er ist einer jener Typen, bei denen man vermutet, dass er bereits als Säugling anstelle von Milch mit Bier aus der Brust genährt wurde. Jakob findet zu so ziemlich jedem Anlass ein passendes Bier - oder zu jedem Bier den passenden Anlass. Kurz, er ist ein Genießer, er mag den Gerstensaft. 

Für ihn und uns ist klar: die Gewinner des Turniers werden zu der obligatorischen Urkunde mit leckerem Bier aus der ortsansässigen Brauerei beglückwünscht – da jubelt das Herz von Jakob. Die Motivation, das Turnier zu gewinnen, muss für ihn in diesem Augenblick wohl bis ins Unermessliche steigen. Und so spielen Simon und Jakob auch. Trotz eines umkämpften ersten Spiels gegen die Dossenheimer Jacobs/Dolderer gewinnen die beiden Ettlinger mit 22:20 und 25:23. Dann kommen die beiden so richtig ins Rollen und pflügen durch den Rest der Gruppe. Die beiden anderen Vorrundenspiele werden ebenfalls glatt in zwei Sätzen gewonnen, aber jetzt deutlich ungefährdeter. 

Parallel dazu haben Linus und Matze bereits drei Spiele verloren. Ein kurzer Blick auf die zwischenzeitliche Tabelle genügt, um festzustellen: Die Beiden werden heute nichts mehr mit dem Turniersieg zu tun haben. Dennoch haben auch sie ansehnliche Spiele mit tollen Ballwechseln. Matze, der das erste Mal in der A-Klasse aufschlägt, sammelt einige wertvolle Erfahrungen in diesem Bereich und schafft es gut, sich an das Niveau anzupassen. Auch die Abstimmung auf dem Feld zwischen den Beiden ist gut.

Zurück zu Jakob und Simon. Die müssen im Halbfinale gegen Janosch und Dinesh vom BC Spöck ran. Man merkt: die Gegner werden stärker. Aber Jakob und Simon sind stärker. Immer noch ungefährdet gewinnen die Ettlinger auch dieses Spiel in zwei Sätzen. Das Finale kann kommen, die Neustädter Nico und Lukas können kommen. Das spielerische Glanzlicht des Tages ist ganz klar dieses Spiel. Sauber gespielte Ballwechsel, eine niedrige Fehlerquote, stabile Defensiven und offensiv ausgerichtete Ettlinger. Die Neustädter lassen Jakob und Simon weitestgehend das Spiel gestalten, haben allerdings entsprechende Qualitäten, um nicht ausgespielt zu werden.  Jakob smasht, Simon spielt taktisch klug. Nico und Lukas parieren die Angriffe, bleiben stets gefährlich, keiner kann sich zu irgendeinem Zeitpunkt deutlich absetzen. Es entwickeln sich drei hart umkämpfte Sätze, aber schlussendlich jubeln Jakob und Simon. Der Endstand lautet 21:19, 18:21 sowie 21:19 für unsere Jungs! Mit dem Siegpunkt fällt Jakobs Schläger, begleitet von einem „JA!“-Ausruf der Erleichterung seinerseits. Kann der Tag noch schöner werden? Ein Turniersieg, einen Gegner auf Augenhöhe im Finale verdient geschlagen, Bier als Sachpreis in Aussicht.

Matze und Linus haben zu früherem Zeitpunkt bereits leider auch das letzte Vorrundenspiel nicht für sich entscheiden können. Die ausbaufähige Bilanz von 0:4 lässt auf den letzten Platz und darauf schließen, dass es weder zu einer Urkunde, noch zu Bier langen wird. Aber dann erfahren wir, dass in Bellheim die Welt ein bisschen anders tickt…. 

Zunächst einmal stellen wir zu unserer freudigen Überraschung bei der Siegerehrung fest, dass jede angetretene Paarung zu der errungenen Platzierung eine Gratulation der Vorständin und einen herzlichen Applaus bekommt. Und dann stellt sich heraus: selbst die Letztplatzierten bekommen einen Trostpreis.

Nachdem die Damen-Klassen B, C und A sowie die Herren-Klassen C und B gewürdigt wurden, ist die A-Klasse der Herren dran.

„Auf dem 9. Platz (und letzten Platz) landen SCHMIEDERER UUUUUUUUUND FAIß! HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!“ (frenetischer Applaus, vereinzelt werfen Frauen ihre Unterwäsche nach vorne, einige Groupies fallen in Ohnmacht. Matze zeigt seinen Ehering - ein Raunen der Enttäuschung geht durch die Masse). Wir lassen uns beglückwünschen und bekommen unseren Trostpreis - einen Sixpack Bier, Marke Bellheimer Lord. Wir freuen uns! In Jakobs Blick besteht eine Mischung aus Argwohn und Neid.

Einige Würdigungen später sind zu guter Letzt Simon und Jakob dran. Die Vorständin kündigt an: „Meine Damen und Herren, die Gewinner der A-Klasse des diesjährigen Bellemer Turniers sind SIMOOOOOOON UUUUUUUUND JAKOOOOB!!!!!!!!!“ 

Die glücklichen Gewinner bahnen sich den Weg durch die Massen nach vorne und empfangen die verdienten Glückwünsche. Die Präsente werden überreicht und es werden Fotos geschossen. Für Simon gibt es ein Lunchpaket bestehend aus kulinarischen Exquisiten à la Spaghetti, Pesto und Kräuterteigstangen. Das lässt das Herz eines jeden Gourmets höher schlagen. Jakob sieht mittlerweile gar nicht mehr so glücklich aus. Für ihn gibt’s…. Wein! WEIN?! – Ganz recht, Wein! Kein Bier für ihn, es gibt kein Bier für die Gewinner. Zukünftig wird er beim Bellemer Turnier abwägen müssen, ob der Turniersieg oder das Bier Priorität hat. Beides zusammen scheint sich auszuschließen. Wir dürfen gespannt sein, wie Jakob 2019 dieses kognitive Dilemma lösen wird.

Simon (links) freut sich über den Turniersieg und leckeres gewonnenes Essen. Jakob (Mitte): nach außen hin glücklich, wie es in ihm aussieht, kann nur gemutmaßt werden. Es ist ein Lächeln in Moll. Rechts die Vorständin des FK Mardi Bellheim.

Abschließende Worte:

Das vom FK-Mardi Bellheim ausgerichtete Bellemer Turnier ist äußerst sympathisch. Entspannte Zeitgenossen, angenehme Bedingungen zum Spielen (Licht, Boden, Temperatur). Es gibt ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Trank, Alkoholika, Nicht-Alkoholika, Salate, Kuchen sowie Grillzeugs. Insbesondere für Spieler der Bezirks- und Landesliga (nach Landesverband Baden-Württemberg) ist das Turnier wertvoll, da es eine breite Konkurrenz gibt. Die Turnierorganisation lief reibungslos.

Wir werden uns das Turnier mit Sicherheit merken und 2019 auch wieder eine Truppe Ettlinger senden.

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